Ein Bauer und sein sensationeller Fund: Die Entdeckung der Terrakotta-Armee
Shownotes
Die Entdeckung der Terrakotta-Armee gilt als einer der größten archäologischen Zufallsfunde des 20. Jahrhunderts. 1974 stößt der Bauer Yang Zhifa beim Brunnenbau nahe Xi’an auf Spuren einer jahrtausendealten Grabanlage. Heute wissen wir: Die Figuren wurden für den ersten Kaiser Chinas erschaffen – und sind nur ein kleiner Teil einer gigantischen Grabanlage.
In dieser Folge erzählen wir die Geschichte der legendären Krieger aus Ton und warum sie im Original noch viel faszinierender ausgesehen haben. Außerdem erfahrt ihr, was die Entdeckung mit dem Leben des Bauers Yang Zhifa gemacht hat und warum bis heute nur ein kleiner Teil des Mausoleums freigelegt wurde.
Unterstützt hat uns bei dieser Folge Dr. Catharina Blänsdorf, Leiterin der Restauration in der Archäologischen Staatssammlung München. Herzlichen Dank dafür!
Transkript anzeigen
00:00:00: Es begann wie ein ganz normaler Arbeitstag.
00:00:03: Im Frühjahr, hier wollte der chinesische Bauer Yang Jifa einen Brunnen graben.
00:00:09: Stattdessen machte er einen der spektakulärsten Zufallsfunde des zwanzigsten Jahrhunderts – die Terracotta-Armee!
00:00:16: Eine Entdeckung, die unseren Blick auf das alte China bis heute verändert.
00:00:21: Die Figuren wurden vor mehr als zweitausend Jahren zu Ehren eines legendären Kaisers erschaffen und sind nur ein kleiner Teil einer gigantischen Grabanlage.
00:00:30: Nichts ist unmöglich, und manchmal passiert völlig ungeplant etwas ganz Großes!
00:00:37: Dieser Podcast erzählt solche Geschichten aus dem wahren Leben – das ist Zufall wenn ein Moment alles verändert.
00:00:47: Diesmal ein Bauer und sein sensationeller Fund die Entdeckung der Terracotta-Armee.
00:01:01: Die chinesische Provinz Shang-Chi hatte bereits seit Wochen mit einer Dürre zu kämpfen.
00:01:07: Kein Tropfen Wasser!
00:01:09: So langsam wurden die Menschen unruhig, nicht nur weil das Trinkwasser knapp wurde auch die Felder litten darunter.
00:01:15: Im Dorf Chiang machte sich deshalb ein kleiner Truppenmänner auf den Weg allesamt Bauern ausgestattet mit Hacken und Schaufeln ihre Mission Wasser finden und einen Brunnen graben.
00:01:27: Sie entschieden sich für ein Waldstück südlich ihres Dorfes.
00:01:32: Nach drei Tagen war das Loch bereits mehrere Meter tief, doch bis auf trockene rote Erde fanden die Männer nichts.
00:01:39: Das sollte sich am neunzwanzigsten März ändern.
00:01:42: Yang Xifah, einer der Bauern, war gerade eifrig dabei mit seiner Hacke den Boden zu lockern als er auf etwas Hartes stieß – einen Tonkrug vielleicht oder eine alte Kanne?
00:01:53: Ihm wäre eine Wasserader lieber gewesen, doch seine neue Gier war geweckt!
00:01:57: Yangshifa grob weiter.
00:01:59: Mittlerweile hatten sich auch die anderen dazu gesellt, sie vermuteten auf eine alte Töpferei gestoßen zu sein.
00:02:05: Vielleicht fanden Sie ein paar Sachen, die sie noch verwenden konnten?
00:02:12: Von wegen!
00:02:13: Es war der Rumpf einer Statue.
00:02:16: Sie war recht gut erhalten außer dass ihr der Kopf und ein Bein fehlte.
00:02:20: Dazu entdeckten die Männertonstücke und brancene Pfeilspitzen.
00:02:24: Yang Xifa wusste sofort, dass er einer größeren Sache auf der Spur war.
00:02:28: Etwas historisch wertvolles!
00:02:31: Im Dorf erzählte man sich das ganz in der Nähe ein chinesischer Kaiser seine letzte Ruhestätte hatte.
00:02:37: Den dicht bewaldeten Grabhügel kannten alle – viel mehr wussten die Bewohner aber nicht darüber.
00:02:42: Yang Xipha rief ein paar Bekannte herbei, lud die Fundstücke auf Handkarren und machte sich auf den Weg ins nächste Museum.
00:02:52: Die Beamten vor Ort waren mehr als verblüfft.
00:02:55: Gemeinsam mit fachkundigen Experten, fuhren sie zur Fundstelle und sahen sich die Sache genauer an.
00:03:01: Kein Zweifel!
00:03:02: Die ausgegrabenen Objekte gehörten in die Qing-Dynastie und waren damit mehr als zweitausend Jahre alt – eine kleine Sensation.
00:03:11: Doch das tatsächliche Ausmaß dieser Entdeckung ahnte noch keiner….
00:03:17: Der erste erhabene Gott Kaiser Xinhua Hongyi war Zweifelsohne einer herausragende Persönlichkeit.
00:03:25: Zweihundert, sieben Jahre vor Christus.
00:03:27: mit gerade mal dreizehn Jahren bestieg er den Thron von Qing.
00:03:32: Er
00:03:32: herrschte somit über einen von insgesamt sechs Staaten die das damalige China bildeten.
00:03:37: aufgrund seines Alters durfte er allerdings noch keine Staatsgeschäfte führen.
00:03:42: dabei hatte der junge Mann große Pläne.
00:03:44: als er endlich offiziell an der Macht war begann er damit die restlichen Gebiete Chinas zu erobern systematisch und rücksichtslos.
00:03:53: Zweihundertundzwanzig vor Christus war das Reich geeint und Qing Hua Hong Ji sein erster Kaiser.
00:03:59: Doch es reichte ihm nicht, er wollte Unsterblichkeit erlangen – dafür entsannte er hochrangige Beamte um nach magischen Inseln und zauberhaften Kräutern zu suchen.
00:04:10: Alles vergeben's!
00:04:11: Also blieb nur an Plan B ein gigantisches Mausoleum.
00:04:18: Nachdem er das ganze Reich vereinigt hatte, ließ er von überall mehr als siebenhunderttausend Zwangsarbeiter herbeischaffen.
00:04:25: Sie groben durch drei unterirdische Ströme und gossen flüssige Branche um den Sarkophag zu schützen.
00:04:31: Das Grab wurde mit Nachbildungen von Palästen, Figuren von Beamten seltenen und wertvollen Gegenständen gefüllt.
00:04:39: Er ließ Handwerker mechanischer Armbrüste bauen die auf jeden Schießen würden.
00:04:43: der Versuchte das Grab zu öffnen.
00:04:45: Er ließ den gelben Fluss, den Yangtzee und die Ozeane aus Quixelber nachbilden.
00:04:51: Die Decke wurde von den Konstellationen des Himmels geschmückt der Boden mit einer Darstellung des Landes.
00:04:57: Die Lampen wurden mit Tran gefüllt, der besonders lange brennen
00:05:01: sollte.".
00:05:03: So beschrieb es mehr als einhundert Jahre später der Chronist Sima Chinn.
00:05:08: Die unterirdische Grabanlage zieht sich über eine Fläche von sechsundfünfzig Quadratkilometern was in etwa der Größe Manhattan entspricht.
00:05:16: Um die sechsunddreißig Jahre dauerte der Bau.
00:05:19: Ein gewaltiges Projekt, das allerdings nicht aus reiner Prestige entstanden ist.
00:05:24: Im chinesischen Alter Tum glaubte man, dass die Seele nach dem Tod in eine andere Welt reist und das Grab für sie als Wohnstädte dient.
00:05:32: Dementsprechend pompös fiel des Mausoleums des Ersten Kaisers von China aus.
00:05:37: Dr.
00:05:37: Katharina Blanzdorf, Leiterin der Restaurierung in der archäologischen Staatssammlung München hat sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt.
00:05:45: Natürlich bekommt dann Kaiser alles Mögliche mit und außer persönlichem Umfeld auch so was wie ein Abbild der Stadt und des Hochstaates.
00:05:52: Deswegen sind diese Kaiserkräber alle mit dem der Grabanlage in der Mitte, da Mauern umschlossen mit den wichtigsten Teilen drin bisschen wie eine Stadt und dann außenrum weitere Anlagen und zu diesen vorgelagerten groben sozusagen die ganze Grab-Anlage beschützt und gehört die Armee
00:06:15: Bogenschützen, Reiter, Offiziere, Generäle – die Terracotta-Armee umfasst schätzungsweise achttausend lebensgroße Figuren.
00:06:23: Vermutlich soll sie weniger einen Kriegsheer darstellen, eher eine Schutzgarnition.
00:06:28: Ching Chua Hongyi hatte also eine komplette Stadt in Sienseits mitgenommen und zur Bewahrung auch gleich noch eine Streitmacht.
00:06:35: Ein damals übliches Konzept erklärt Katharina Blanzdorf
00:06:39: Was glaube ich im Westen meistens nicht klar ist, diese Terracotta-Armee ist nicht die Terracota Armee sondern eine.
00:06:45: Es gibt ungefähr zwanzig und die sind alle Beigaben von Kaisern oder hochrangigen Personen.
00:06:55: das besondere an der Terracotter Armee ist dann dies ist die Armee die zu dem Grab des ersten Kaisers gehört und er hat Standards gesetzt.
00:07:04: Im Vergleich zu den anderen Terracotta-Armäen ist das Besondere, dass es die einzige Armee und darüber hinaus auch in den anderen Angruben, in den Darstellungen.
00:07:14: Die einzige Situation mit Lebensgroßenfiguren sind alle wesentlich kleiner.
00:07:19: Es gibt bestimmte Typen und es gibt bestimmten wiederkehrende Formen aber sie sind eben alle unterschiedlich.
00:07:29: Also wenn man durch die Reihen von den Figuren durchgeht, dann fällt einem das halt ganz stark auf oder wenn man auf bestimmte Details achtet.
00:07:36: Die Haarspangen sitzen immer ein bisschen anders oder kleine Detail sind anders alle Gesichter sind anders und diese Vielfalt im Detail ist wirklich sehr faszinierend.
00:07:50: Zurück ins Jahr!
00:07:53: Der Bauer Jan Schiefer bekam für seinen Fund dreißig UN ausgezahlt Damals etwa der dreifare Jahreslohn eines Landwirts.
00:08:01: Das Geld übergab er, ganz im kommunistischen Sinne seiner Produktionsbrigade.
00:08:06: Damit hatte sich die Sache für ihn erledigt – vorerst!
00:08:10: Währenddessen einigten sich die Experten im Museum darauf, die ganze Angelegenheit geheim zu halten aus reiner Vorsicht.
00:08:18: In China spürte man noch immer die Auswirkungen der Kulturrevolution.
00:08:23: Alte Gebräuche, Strukturen und Denkweisen sollten niedergeschlagen werden um den Kommunismus im Land fester zu etablieren.
00:08:31: Unzählige Menschen fehlen dieser Kampagne zum Opfer aber auch viele Kultureinrichtungen.
00:08:36: Auch wenn sich die Situation in den siebzigern etwas entspannt hatte musste man immer noch auf der Hut sein.
00:08:42: Wer sich mit der Geschichte des alten Chinas beschäftigte konnte sich bei einigen Menschen unbeliebt machen.
00:08:48: Außerdem wollte man keine Grabräuber anlocken, also machten die Fachleute die Entdeckung der Terracotta-Figuren nicht öffentlich.
00:08:58: Bis die Medien darauf aufmerksam wurden – ein Journalist der Nachrichtenagentur Xinhua hatte Wind davon bekommen und in einem Beitrag über den seltsamen Fund berichtet.
00:09:07: So erfuhr das ganze Land was sich in der Provinz Shangxi zugetragen hat.
00:09:12: Die Staatsregierung war keineswegs wie zunächst befürchtet
00:09:15: gegen
00:09:16: eine genaue Untersuchung.
00:09:17: Im Gegenteil, eine Gruppe Archäologen reiste an, begutachtete das Gelände und begann in den letzten Jahren mit umfangreichen Ausgrabungen.
00:09:27: So wurde die sagenhafte Ruhestätte des ersten Kaisers von China entdeckt.
00:09:35: Bis heute ist nur ein kleiner Teil davon freigelegt – der Grabhügel, das eigentliche Zentrum blieb bisher unangetastet!
00:09:42: Zu groß die Gefahr etwas zu beschädigen.
00:09:45: Zumal es eine Menge Kostbarkeiten im inneren Bereich des Mausiliums geben soll, wie Gold-, Silber- und Edelsteine.
00:09:51: Außerdem weist der Boden in der Nähe des Grabes eine starke Quecksilberbelastung auf – enorm giftig für Menschen!
00:09:59: Somit ist die Terracotta-Armee bis heute die Hauptsehenswürdigkeit.
00:10:03: Sie umfasst vier große Gruben Allein in der ersten stehen, aufgereiht in mehreren Gängen, mehr als ein tausend Tonsoldaten mit samt Pferden, Bronzewaffen und Überresten von Streitwagen.
00:10:15: Im Original waren die Figuren farbenfroh- und detailliert bemalt.
00:10:19: Diese Grundierung hat sich allerdings mit der Zeit aufgelöst.
00:10:23: Dr.
00:10:23: Katharina Blanzdorf hat vor einigen Jahren diese Bemalung untersucht und rekonstruiert.
00:10:29: Das heißt, man hat Stücke und man hat alte Grabungsberichte.
00:10:33: Man hat Figuren mit Resten drauf und dann ist es so ein Puzzlespiel diese Sachen wir zusammenzufinden.
00:10:40: Und das Ganze fing eigentlich an damit dass eine neue stück der grube zwei ausgegraben worden ist und frisch bei der Ausgrabung, man halt noch ganz viel Farben sah und die Aufgabe innerhalb unseres Forschungsprojektes ja auch war eine Möglichkeit zu finden, die zu konservieren damit das nicht ablett hat.
00:10:58: Und es war so überraschend wieviel da noch erhalten war und wieviele man daraus machen kann, wieviele man raus ablesen kann.
00:11:05: Es ist für den Laien nicht einfach visuell zu verstehen sodass wir dann automatisch angefangen haben also Aquarelle zu machen um zu zeigen.
00:11:14: So waren die Farben Und gleichzeitig wurden in der anderen Gruppe die sogenannten Akrobatten gefunden, die noch mal eine ganz andere Art von Bemalung aufweisen.
00:11:24: So ging es immer weiter also vom Grundverständnis zu den komplexeren Sachen wie unterschiedliche Farben an den Gesichtern und unterschiedlicher Augenfarben und auch wie ist eigentlich die Mahltechnik?
00:11:35: Also womit haben wir gemalt?
00:11:36: Worauf bestehen die Schichten?
00:11:40: Doch was wurde aus dem Bauern-Jang Shifa dem Entdecker der Terrakotte Armee?
00:11:46: Als die Ausgrabungen begannen, wurden die Dorfbewohner umgesiedelt.
00:11:49: Er selbst erhielt zur Entschädigung fünftausend Schänen und eine Dreiraumwohnung in einem Nachbardorf.
00:11:56: Den anderen Bauern ging es ähnlich – dadurch hatte sich nicht nur sein eigener Wohlstand verbessert sondern auch der seiner Freunde und Bekannten!
00:12:04: Den anstrengenden Job als Bauer konnte er ja auch an den Nagel hängen.
00:12:08: Nachdem auf dem Gelände ein Museum eröffnet wurde stellte man ihn dort ein.
00:12:13: Für dreihundert Hirn im Monat gab er den Besuch an Autogramme.
00:12:17: Später zahlte man ihm sogar tausend Hirn!
00:12:19: Reich wurde er damit nicht, lag aber weit über dem Lohnniveau eines einfachen Landarbeiters.
00:12:25: Außerdem hatte er in seiner neuen Funktion die Möglichkeit, den einen oder anderen Prominenten zu treffen.
00:12:32: So bat ihn in den Neunzigern sogar der damalige US-Präsident Bill Clinton um ein Autogramm.
00:12:39: Für Touristen ist das Terracotta-Armee-Museum östlich von Chian eine überaus beliebte Sehenswürdigkeit.
00:12:46: Währenddessen gehen die Ausgrabungen auf dem Gelände weiter, denn es gibt noch eine Menge zu entdecken!
00:12:52: Dr.
00:12:52: Katharina Blanzdorf
00:13:09: Und davon ist halt erst, ich weiß es nicht.
00:13:11: Aber wirklich ein kleinerer Teil ausbegraben also vier sind die Terracotta-Armee vier von vierhundert.
00:13:16: Also da ist einfach noch viel viel was man da finden kann.
00:13:20: das heißt dass wir sind obwohl man denkt Es ist schon lange ausgegraben, lange gefunden.
00:13:26: Das geht immer noch weiter und da wird sich auch wahrscheinlich wenn man dann Noch ein Stück weiter ist Die Perspektive nochmal
00:13:31: verschieben.
00:13:34: Je mehr man über die Teracotta Armee erfährt desto klarer wird.
00:13:38: Geschichte ist oft viel lebendiger als wir denken.
00:13:41: Was als Zufallschwund begann, verändert bis heute unseren Blick auf die Kunst- und Weltgeschichte!
00:13:48: Und wer weiß was in den kommenden Jahren des Mausoleums noch alles offenbaren
00:14:08: wird?
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