Verspätete Schüsse und weitere unheimliche Zufälle

Shownotes

Manche Zufälle haben einen schaurigen Beigeschmack. Wie die Geschichte der Kugel, die erst Jahrzehnte später ihre tödliche Mission erfüllte. Oder die seltsamen Parallelen zwischen zwei Verkehrsunfällen in Bermuda. Und warum musste 1977 ein italienischer Fußballstar sterben? War es wirklich wegen eines falsch verstandenen Witzes – oder hat sich das Ganze komplett anderes abgespielt? Eine Folge über bizarre Zufälle und ihre fatalen Folgen.

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00:00:01: Seltsame Zufälle gibt's viele.

00:00:04: Manche sind frei erfunden oder zumindest ordentlich ausgeschmückt, doch ein paar haben sich tatsächlich so abgespielt.

00:00:12: Wie der Verkehrsunfall, der sich auf bizarre Art wiederholt hat – das Projektziel des erst Jahrzehntes später sein Ziel traf oder die italienische Fußballstar deswegen eines Scherzes ums Leben kamen?

00:00:23: Zumindest laut offiziellen Angaben!

00:00:27: Nichts ist unmöglich und manchmal passiert völlig ungeplant etwas ganz Großes.

00:00:34: Dieser Podcast erzählt solche Geschichten aus dem wahren Leben, das ist Zufall!

00:00:40: Wenn ein Moment alles verändert.

00:00:43: Diesmal verspätete Schüsse und weitere unheimliche Zufälle.

00:00:56: Im Juli-Ninzehnhundertfünfundsiebzig machte eine groteske Schlagzeile die Runde Unglaublicher Zufall bei tödlichen Verkehrsunfällen.

00:01:05: Es ging um den siebzehnjährigen Erskine Abbyn, der mit seinem Moped von einem Taxi erfasst wurde – ein tragischer Unfall mitten in Bermuders Hauptstadt Hamilton!

00:01:15: Doch was die Geschichte wirklich rätselhaft machte waren die Umstände des Unfalls.

00:01:20: Erskin hatte ein Jahr zuvor auf fast genau die gleiche Art seinen Bruder Neville verloren.

00:01:26: Der war damals mit dem gleichen Moped unterwegs und wurde vom selben Taxi erfasst.

00:01:32: Der Fahrer war ebenfalls derselbe Mann, auf der Rückbank saß in beiden Fällen der gleiche Fahrgast.

00:01:42: Das kann doch nicht wirklich passiert sein!

00:01:44: Die Frage drängt sich unweigerlich auf wenn man solche Stories hört.

00:01:48: Doch es gibt sie – seltsame Zufälle die sonst nur in Romanen oder Filmen vorkommen.

00:01:54: In dieser Folge erzählen wir ein paar dieser Geschichten.

00:02:02: Wie überlebt man einen Schuss mitten ins Herz?

00:02:06: Das konnte John Russell Mackinsen auch nicht so genau sagen, obwohl ihm genau das passiert war.

00:02:11: In den letzten Jahren hatte der Britte bei der Schlacht von Gallipoli gekämpft.

00:02:16: Die Antoine-Mächte Frankreich Rosland und das Vereinigte Königreich wollten damals die türkische Halbinsel besetzen um von dort aus Konstantinopel einzunehmen.

00:02:26: Ein gigantischer Misserfolg, der mehr als einhunderttausend Todesopfer und eine Viertelmillion verletzte vorderte.

00:02:33: John Russell Mackensen war einer von ihnen, denn während des Kampfes traf ihn eine feindliche Kugel direkt ins Herz.

00:02:44: Doch Mackensen überlebte wie durch ein Wunder.

00:02:47: Die Ärzte im Latterett konnten es selbst kaum fassen.

00:02:50: Um nicht noch mehr Schaden anzurichten, entschieden sich die Mediziner zu einem folgenschweren Schritt – sie ließen das Geschoss einfach stecken!

00:03:01: Ein bizarres Erinnerungsstück und, wie sich später noch herausstellen sollte eine tickende Zeitbombe.

00:03:09: Mehr als zwanzig Jahre später unternahm Mackensen eine Mittelmeerkreuzfahrt gemeinsam mit seiner Frau.

00:03:16: Er wollte ihr zeigen wo er damals gekämpft und fast sein Leben verloren hatte.

00:03:21: Nach all der Zeit war die Halbinsel Gallipolín nicht mehr wieder zu erkennen.

00:03:25: Die Natur hatte sich das Gebiet zurückerobert und in mitten der wilden Vegetation hatte man Denkmäler- und Friedhöfe angelegt.

00:03:33: Mackensen bei Ergriffen – die traumatischen Kriegserfahrungen kamen wieder hoch, doch sie quälten ihn deutlich weniger als sonst!

00:03:41: Ein Gefühl der Befreiung hat er sich dazu gemischt ... Als ob er die ganze Geschichte endlich abschließen konnte... Es sollte das letzte Kapitel in seinem Leben sein….

00:03:52: Denn auf der Rückreise erfüllte die Kugel schließlich doch noch ihre tödliche Bestimmung.

00:03:58: Einundzwanzig Jahre, nachdem sie den Briten in die Brust gefahren war und nur Tage nach seiner Rückkehr zum Kriegsschauplatz bewegte sich das Projektil in seinem Herzen.

00:04:09: John Russell Mackinsson war auf der Stelle tot.

00:04:15: Seltsamerweise ist das nicht die einzige Geschichte dieser Art – eine Kugl, die erst Jahrzehnte später traf!

00:04:23: Im Fall von Henry Sieglend ist etwas ganz Ähnliches passiert, nur noch absurder.

00:04:32: Siegland kam aus einer texanischen Bauernfamilie, die eine Ranch in der Kleinstadt Honey Grove besaß.

00:04:38: Nachdem seine Eltern gestorben waren, erbte er die Farm und betrieb sie auch anfangs selbst.

00:04:43: Doch im Jahr eighteenhundertundachtzig beschloss er, die Sieglnd Ranch an seinen Bruder abzugeben.

00:04:49: Er hatte sich verliebt, Hals über Kopf!

00:04:52: In eine Frau namens Shala Carys.

00:04:54: Und gemeinsam bezogen die beiden das Haus ihrer Familie.

00:04:58: Sie waren nicht verheiratet, für damalige Zeiten sehr ungewöhnlich und es sollte auch nie dazu kommen.

00:05:03: Denn nach ein paar Jahren bekam Henry Sieglend kalte Füße und verließ seine Freundin.

00:05:08: Die war am Boden zerstört.

00:05:10: Shala konnte den Verlust nicht ertragen.

00:05:13: Sie versank in Depressionen und als sie keinen anderen Ausweg mehr wusste, nahm sie sich das Leben.

00:05:21: Henry Sieglend war unterdessen wieder zur Familien-Range zurückgekehrt.

00:05:25: Dort bekam er eines Tages unerwarteten Besuch.

00:05:29: Er war gerade in der Scheune und versorgte die Pferde, als plötzlich Scharlas Bruder James auf ihn zulief – und der kochte vor Wut!

00:05:38: Henry hatte Schala eine unverzeihliche Gemeinheit angetan.

00:05:42: Rache war die einzige Option.

00:05:44: Mit zittriger Hand zog James seine Pistole hervor und schoss.

00:05:52: flog aus der Scheune heraus und landete in einem Baum.

00:05:56: Ein keineswegs tödlicher Schuss, aber Henry erkannte die Situation, taumelte zu Boden und stellte sich tot.

00:06:02: Was blieb ihm außer uns übrig?

00:06:04: Er hätte nicht damit gerechnet, dass James darauf reinfallen würde – doch tatsächlich!

00:06:09: Der junge Mann war überzeugt, Henry erschossen zu haben… was

00:06:14: jetzt?!

00:06:15: Die Aussicht auf ein Leben im Gefängnis behackte ihn wenig.

00:06:18: Außerdem war er völlig durch den Wind Verständlich, er hatte bisher noch nie auf einen Menschen gefeuert.

00:06:25: James setzte sich die Pistole an die Schleife und beendete sein Leben.

00:06:32: Henry Sieglent dagegen erholte sich komplett von diesem Vorfall.

00:06:36: Doch zwanzig Jahre später sollte ihn die Geschichte wieder einholen mit einem weniger glimpflichen Ende.

00:06:43: Er lebte damals immer noch auf dem Familiengrundstück in Honey Grove.

00:06:47: An den Mordversuch dachte er selten Obwohl ihm manchmal ein kalter Schauer über den Rücken lief, wenn er die Scheune betrat oder an dem Baum vorbeiging, in dem die Kugel eingeschlagen war.

00:06:58: Am fünften Juni, drei traf Henry eine verhängnisvolle Entscheidung.

00:07:04: Er beschloss genau diesen Baum zu fällen.

00:07:10: Dafür hatte er sich seinen Bruder dazu geholt.

00:07:13: Mit Äxten schlugen sie auf den Baum ein Doch der Stamm war zu massiv.

00:07:18: Das geht doch auch schneller dachten sich die Brüder.

00:07:21: Also verteilten Südynamiet am Fuße des Baumes, traten weit zurück und entflammten die Zündschnur.

00:07:30: Mit einem gewaltigen Hieb zersplitterte der Sprengstoff den Stamm in tausend Stücke.

00:07:35: Doch dabei trat noch etwas anderes zu Tage – Die alte Kugel, die vor zwanzig Jahren hier gelandet war.

00:07:43: Als ob das Projektil nur darauf gewartet hatte, flog es direkt in Henry Sieglens Richtung und traf ihn in die linke Schläfe!

00:07:52: Er war augenblicklich tot.

00:07:54: Somit hatte Schalas Bruder James doch noch seine Rache bekommen, wenn auch deutlich später

00:07:59: als geplant.

00:08:03: Zwei Jahrzehnte hat es gedauert bis die Kugel ihre tödliche Mission erfüllen konnte!

00:08:08: In der nächsten Geschichte ging alles viel schneller und angeblich war ein falsch verstandener Witz der Auslöser.

00:08:15: Doch ob es den überhaupt gegeben hat ist bis heute höchst umstritten.

00:08:23: Luciano Recicconi war ein exzellenter Fußballer schnell und atletisch, voller Kampfeswille und Beharrlichkeit.

00:08:32: Außerdem war er mit einem ausgeprägten Sinn für Humor gesegnet.

00:08:36: Fans und Teamkollegen schätzen ihn dafür.

00:08:39: Allerdings sollte ihm genau dieser Frohsinn zum Verhängnis werden – denn Rettekoni starb, jedenfalls nach offiziellen Angaben durch einen falsch verstandenen Witz!

00:08:52: Der Italiener begann seine Karriereende der Sechziger bei Pro Patria, einem Drittligisten aus der Lombardei.

00:08:59: Schon früh zeigte sich sein Talent im zentralen Mittelfeld.

00:09:03: Rechikoni war ein Arbeitstier, ein bodenständiger Spieler auf den einfach Verlass war.

00:09:09: Schnell klopften andere Vereine an – zuerst Foggia Galgio mit denen er in die erste Liga-Aufstieg und kurz darauf spielte er für Bianco Celesti, die weiß Himmelblauen von Lazio Rom.

00:09:20: Eine Mannschaft mit eher fragwürdigen Rufen!

00:09:25: Italien hatte in den Siebzigern nicht nur mit einer Wirtschaftskrise, sondern auch mit politischen Unruhen zu kämpfen.

00:09:32: Eine gespaltene Gesellschaft die sie auch bei Lars Chiron widerspiegelte.

00:09:36: Die einen wünschen sich autoritäre Zeiten zurück während die anderen von der sozialistischen Revolution träumten.

00:09:43: Ein zerrüttetes Team das ich in Trainingsspielen regelmäßig die Hölle heiß machte inklusive Knochenbrüchen und Schlägereien.

00:09:50: Erschwerend hinzu kam, dass fast der gesamte Kader aus waffennahren Bestand.

00:09:56: Pistolen und Gewehrübungen im Trainingslager gehörten zur Tagesordnung – und einer der Spieler soll sogar aus dem Hotelzimmer gefeuert haben, um gegnerische Fans zu verschrecken!

00:10:06: Ein wilder Haufen aus Raufbolden und Machos.

00:10:10: Und trotzdem schaffte es Lazio Rom in den Meistertitel zu holen zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte.

00:10:18: Das war einerseits dem geduldigen Trainer Tommaso Mestrelli zu verdanken und andererseits, na klar, Luciano Reticoni.

00:10:26: Mit seiner unbeschwerten lebhaften Art schaffte er es das zerstrittene Team zusammenzuhalten – zumindest auf dem Spielfeld!

00:10:36: Der Blond der Engel wie ihn die Fans nannten galt als Herz des Teams.

00:10:42: Umso erschreckender war sein tragischer Abgang.

00:10:46: Am Abend des achtzehnten Januar, neunzehnhundertsehnhundsiebzig betraten Retschekoni und sein Teamkollege Pietro Gedin ein Juweliergeschäft in Rom.

00:10:55: In der Via Francesco Nitti Die beiden Fußballstars waren stattbekannte Spaßvögel immer für einen Streich zu haben!

00:11:03: Die Erzählungen über diesen Abend gehen allerdings auseinander – hier die offizielle Version.

00:11:09: Als die beiden Sportler das Geschäft betrateten rief sie «Keine Bewegung!

00:11:13: Das ist ein Überfall!».

00:11:15: Sie hatten die Gesichter tief im Mantelkragen verpackt für den maximalen Effekt.

00:11:20: Ein alberner Gag, der jedoch gar nicht gut ankam!

00:11:24: Denn wie es der Zufall so wollte war der Ladenbesitzer Bruno Tappuccini erst vor kurzem ausgeraubt worden.

00:11:30: Außerdem hatte er mit Fußball nichts am Hut – weshalb er Rechikoni und Pietro Geddin auch nicht erkannte.

00:11:37: Voller Panik schnappte er sich eine ungesicherte Pistole, die unter der Ladentheke lag und zielte auf Geddin.

00:11:44: Der riss sofort die Arme hoch, Rechikoni jedoch reagierte nicht.

00:11:48: Vielleicht war er durch seine waffenverrückten Teamkollegen bei Lazio Rom abgehärtet oder er war einfach nur überrascht.

00:11:56: Plötzlich ging alles ganz schnell.

00:11:58: Taboccini musterte den blonden Fußballstar, schwenkte die Pistole in seine Richtung und drückte ab.

00:12:07: Rechekoni ging sofort zu Boden.

00:12:10: für ihn kam jede Hilfe zu spät.

00:12:12: Es war doch nur ein Scherz.

00:12:14: soll er im Sterben gerufen haben?

00:12:17: Eine halbe Stunde später erklärten die Notärzte ihn für Tod.

00:12:20: Er war erst achtundzwanzig Jahre alt und hinterließ seine Frau und zwei Kinder.

00:12:26: Der Juwelier Tapucini wurde später freigesprochen, eine Mischung aus Notwehr und einem tragischen Unfall, erklärte das Gericht.

00:12:34: Doch war es wirklich so?

00:12:39: Bis heute zweifeln viele diese Version an!

00:12:42: So hatten zwei von vier Augenzeugen gemeint, dass Ricicconi überhaupt nichts von einem Überfall gerufen hatte... Im Gegenteil, er sei wortlos durch die Tür gekommen mit hochgeschlagenen Mantelkragen.

00:12:54: Es war ja auch ein kalter Januarabend!

00:12:57: Hatte der Juvelier Tappuccini also überreagiert und nur aufgrund der vermummten Gesichter gedacht das ihm der nächste Überfall bevorstand?

00:13:05: Die Paraneuer war nachvollziehbar im Italien der siebziger Jahre – die Reaktion jedoch nicht gerechtfertigt.

00:13:12: Was auch immer passiert Receconi hatte durch eine Verkettung ungünstiger Ereignisse sein Leben verloren.

00:13:20: Zu seiner Beerdigung in der Basilica San Pietro e Paolo, kamen Tausende Fans und erwiesen ihm die letzte Ehre.

00:13:28: Noch heute gilt der Blonde Engel als Legende des italienischen Fußballs – auch wenn die Umstände seines Todes wohl nie ganz geklärt werden können!

00:13:39: Geschichten wie diese lassen uns ratlos zurück….

00:13:43: man fragt sich ….

00:13:44: Wie ist sowas eigentlich möglich?

00:13:46: Zufälle haben ihre ganz eigene Dynamik und manchmal kommt eben alles ganz anders, als wir uns vorstellen

00:14:08: können.

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